Energiesparen mit Wasserkocher und Bügeleisen
witzig wie Ulrike hier beschreibt das man selbst als Genießer von türkischem Kaffee noch Energie sparen kann. Ich für meinen Teil bin eher ein Senseofetischist. Dauert auch nur 30sek pro Kaffee aber ist sicher lukrativer für meinen Stromanbieter.
Die Frage die sich mit manchmal stellt ist, wie weit sollte man seinen Komfort einschränken sollte um zu sparen. Frieren gegen Heizkosten, Transpirieren gegen hohe Wasserkosten, Selters gegen Stromkosten?
Gut, solange Ulrikes Thermoskanne heiß genug hällt sicher eine clevere Variante, zumal man sich bei verspüren einer Lust nach Kaffee auch nicht so lange am Wasserkocher anstellen muß.
I.d.S. ist meine Tasse hat sich gerade geleert.
*EDIT sagt: Der Zukunftsreporter hat mal ein sehr schönes PDF zum Thema Energiesparen im Haushalt bereitgestellt was an dieser Stelle noch erwähnt werden sollte!
Dienstag, 20. Januar 2009 3:52
Ich weiß ja, dass diese Art Energiesparen wohl kaum einen der großen Steine ins Rollen bringen wird. Aber seit die Diskussionen um Energiesparen, Umweltverschmutzung und Energievergeudung aktuell wurden, habe ich mir schon sehr vieles zu Herzen genommen.
Natürlich - der Wasserkocher. Aber gehe einmal davon aus, dass ich quasi den ganzen Tag Kaffee bzw. Cappuccino trinke. Bezüglich Cappucciono beispielsweise koche ich nur zweimal Wasser auf und das sind dann insgesamt ca. zwölf Tassen. So spare ich mir zehnmal das Wasserkochen mittels Herd. Täglich. Und das auf’s Jahr gerechnet, ist sicher auch etwas Wert. Auch Kleinvieh macht Mist. Man müsste tatsächlich einmal eine Studie in Auftrag geben, welche, bei ca. ein bis zwei Millionen repräsentativen Haushalten eine Umfrage diesbezüglich durchführt und ich bin überzeugt, würden sehr viele genau so, im Kleinen, ihren Beitrag leisten, dass dann auch etwas in Bewegung kommt.
Wir brauchen nicht auf unseren Komfort verzichten, sondern lediglich mit den Quellen, welche uns diesen ermöglichen, sorgsamer umgehen, und hierbei scheint noch ein enormer Informationsbedarf zu bestehen.
Weil Du Duschen/Wasserkosten erwähnst: Beim Duschen kann man, wenn man sich einseift - womit nun auch immer - das Wasser zudrehen, genau so wie beim Zähneputzen. Hierbei fließt Wasser enfach so, völlig ungenutzt, in den Abfluss. Muss nicht sein.
Bezüglich Heizkosten: Wenn bei mir die Heizung läuft, dann ausschließlich in dem Raum, in welchem ich mich aufhalte und in dem Zimmer, welches meine Vögel ihr Zuhause nennen. Sie würden mir ansonsten wahrscheinlich erfrieren. Schlafzimmer wurden bei uns noch nie geheizt, weil dieses sowieso ungesund ist.
Es gibt sie, die Möglichkeiten der Energieeinsparung, man muss sie nur finden und dann ebenso konsequent einhalten.
mfg - Deine Tasse hat sich geleert und mittlerweile mein “Gehirn”, um diese Zeit. Wollte aber gerne noch eine Nachricht absenden.
Dienstag, 20. Januar 2009 9:56
Prima, dann werfen wir mal den Taschenrechner an und schauen was unterm Strich herauskommt.
Zuerst mit Ulrike die 2x pro Tag 1,5l Wasser, was für 6 Tassen reichen sollte, von 20°C auf 100°C erwärmt.
Q = Masse * Wärmekapazität * Temperaturdifferenz
Q = m * c * deltaT
Q = 1500g * 4,18j/(g*K) * 80k
Q = 501600J (Ws)
Q = 139Wh = 0,139kWh
Qges = Q * 2 Aufheizvorgänge
Qges = 0,139kWh * 2 = 0,278kWh
Nicht schlecht wenn man von 250 Tagen pro Jahr ausgeht ergeben sich so 69,5kWh.
Jetzt die “On Demand Wasserkocher”
die jedes Mal 500g Wasser erhitzen weil die Heizspirale höher liegt.
Q = Masse * Wärmekapazität * Temperaturdifferenz
Q = m * c * deltaT
Q = 500g * 4,18j/(g*K) * 80k
Q = 167200J (Ws)
Q = 46,4Wh = 0,046kWh
Qges = Q * 12 Aufheizvorgänge
Qges = 0,046kWh * 12 = 0,557kWh
In einem Jahr mit 250 Tagen ergeben sich so hier 139,25kWh.
Ulrike sparrt so also 69,75kWh. Vielleicht nicht viel für einen einzelnen Haushalt, aber das entspricht ca. der Menge die Brenndauer von 7750h für eine 9W Energiesparlampe. Damit kann man immerhin die Arbeitsplatte um den Wasserkocher mit 2 Energiespaarlampen ein ganzes Jahr lang beleuchten.
Um das Beispiel zu vervollständigen könnten also 2 Glühbirnen in jedem Deutschen Haushalt die ganze Nacht durch brennen nur weil man die Technik die eh jeder im Schrank hat nutzt.
Das nenn ich dann wirklich mal Sparpotential!!
Lasst euch euren Kaffee Munden.
Dienstag, 20. Januar 2009 12:11
Hallo, vielen Dank für die Erwähnung unseres EnergieSparBuchs über unseren Blog. Vielleicht darf ich ja die ein oder andere Anregung zum Thema Wasserkocher hier übernehmen?
Energie sapren ist ein wichtiges Thema, ein anderes, fast noch wichtigeres: Wie stellt man diese Energie in Zukunft bereit? Durch die Verbrennung fossiler Energieträger, durch Atomkraft, oder doch lieber durch alternative Energietechnologie?
VG
Florian vom Zukunftsreport
Montag, 9. März 2009 11:01
Hallo Carsten,
vielen Dank für diese super gelungene Aufrechnung. Mir belegen deine Berechnungen (ich bin für so etwas leider zu dämlich) jedenfalls, dass mein Verhalten, wenngleich es nun nicht revolutionär ist, sich am Ende dennoch rechnet.
Hallo Florian,
natürlich kannst du diese Anregungen übernehmen. Je mehr Leser diese erreichen, um so mehr kann, auch im Kleinen, erreicht werden. Und in Carsten haben wir einen perfekten Rechenkünstler, der uns hoffentlich noch öfter solche Berechnungen aufstellt, denn ich finde dieses sehr aufschlussreich, auch die Vergleiche.
Für mich ist Energiesparen ebenfalls sehr wichtig. Die Frage, woher in Zukunft die benötigte Energie kommen wird, kann ich leider nicht beantworten. Letztlich ist keine Energiequelle so leicht zu erschließen und einzusetzen. Ich denke, bei jeder tauchen irgendwelche Probleme auf, aber jede wird auch ihre Vorteile haben.
Sinnvoll wäre unter Umständen, wenn man einmal sämtliche derzeit möglichen Energiequellen gegenüber stellt und aussagekräftige Vergleiche anstellt: Welche Energiequelle, wie wird sie erschlossen, welcher finanzielle und zeitliche Aufwand ist hierfür erforderlich, wie wird die betreffende Energie zum Verbraucher gelangen und welche Kosten kommen auf den Verbraucher zu sowie - was ist umweltverträglich und welche Energiequelle ist weiterhin umweltschädlich, wie lange würden die Ressourcen ausreichen und so weiter.
Danke für die Kommentare. Ich fand sie sehr interessant.
Montag, 29. März 2010 13:26
Hallo,
ich finde es echt klasse, dass es auch Menschen gibt, die versuchen Energie zu sparen. Wenn man sich heutzutage umschaut, sieht man doch in den meisten Fällen einen verschwenderischen Umgang mit der doch so knappen Energie. Auch Naturgüter wie Wasser werden unüberlegt ‘hinausgeschleudert’.
Ich denke auch, dass jeder seinen Beitrag leisten kann, auch wenn es nur ein kleiner ist.
Freitag, 30. Juli 2010 12:46
Nun, zum einen ist es schon länger her, zum anderen schreibe ich hier einfach einmal bei der “Konkurrenz” einen Beitrag, obwohl es für mich persönlich, wenn es um Zwischenmenschliches, Natur und Umweltschutz gibt, auch keinerlei Konkurrenz gibt. Meine Frage richtet sich an Carsten von Skrbensky, sofern er nach diese langen Zeit hier noch mitliest.
Vielleicht köntest du mir auch einmal folgendes ausrechnen:
Ich habe selbstverständlich auch an der Hauslampe außen (wohne in einem EFH) eine Energiesparlampe angebracht, selbst wenn diese nicht oft zum Einsatz kommt. Nun ist es so: ab und zu, z.B. Freitags, genehmigen mir meine Hunde Menschengassi, d.h. ich gehe mal aus, so für zwei bis drei Stunden. Natürlich komme ich dann erst in der Dunkelheit nach Hause und da der Weg bis zur Haustür etwas holprig ist, bestehen da auch einige Stolperfallen. Also stellte ich bis vor kurzem die Hauslampe immer an, ärgerte mich jedoch, auch wenn diese Energiesparlampen weit weniger Energie brauchen, eine Lampe über diesen Zeitraum völlig ungenutzt brennen zu lassen.
Nun mache ich es einfach folgendermaßen: gehe ich weg und komme im Dunkeln nach Hause, schalte ich diese Lampe gar nicht mehr ein (ein Bewegungsmelder wäre vielleicht sinnvoll, habe ich aber leider - noch - nicht), sondern benutze eine kleine LED-Taschenlampe. Der Vorteil: sie ist sehr klein, funktioniert auch als Feuerzeug und lässt sich problemlos am Schlüsselanhänger anbringen, kann also auch nicht vergessen werden. Und um den Weg auszuleuchten ist sie wirklich mehr aus ausreichend.
Mich würde nun interessieren, wenn ich, als Beispiel, zweimal in der Woche auch auf das Leuchten einer Energiesparlampe über einen Zeitraum von rund drei Stunden gänzlich verzichte, ob dieses Sinn macht und auch Energie einspart.
Würde mich über eine Antwort und ein Rechenbeispiel sehr freuen, denn Rechnen ist nun so überhaupt nicht mein Ding.
Gruß und evtl. danke vorab
U. Reich